Barrierefreiheit einer Datei

Wo - also in welchem MARC-Feld - könnte ich den Hinweis auf die Barrierefreiheit einer Online-Ressource unterbringen?

256 - Dateieigenschaften scheint mir auf den ersten Blick zu passen, sicher bin ich mir da aber nicht …

Die passende RDA-Stelle ist wohl 3.19.1.1, wo Eigenschaft einer Datei definiert wird als “eine technische Spezifikation, die sich auf die digitale Kodierung von Text, Bild, Audio, Video und anderen Datentypen in einer Manifestation bezieht.”

Hallo Rainer,

das ist eine gute Frage. Für die Eigenschaften einer digitalen Datei ist in MARC das Feld 347 zuständig, aber die Definition der Subfelder legt es nicht nahe, dass Barrierefreiheit dort einen Platz hat. Ich bin da ja nicht der Spezialist - hatten wir in Aleph eine Konvention, wie wir das Erfassen?

Liebe Grüße
Stefan

M.E.n. wäre hier RDA 7.14 Barrierefreier Inhalt korrekter. Kommt dann in 500 oder in 546.

Danke, das macht natürlich Sinn.

Nur Gedanke zur Regelwerksstelle selbst: 7.14 ist ja so formuliert, das man annehmen könnte, das der Barrierefreie Inhalt tatsächlich distinkt ist. Barrierefreie Websites im Sinne der semantischen Tags in HTML5 haben aber keine eignen Barrierefreien Inhalte. Vielmehr ist das Dokument von den Metadaten her so strukturiert, dass sie quasi ganzheitlich Barrierefrei sind. Das heißt, sie sind nicht auf einen bestimmten Sinn zugeschnitten, sondern sollen es Screenreadern, Braille-Zeilen und Technologien, von denen der Ersteller der Site vielleicht gar nichts weiß, ermöglichen, den Inhalt barrierefrei an die Endnutzer weiterzureichen. Die Inhaltstypen “gesprochenes Wort” oder “taktiler Text” sind als solche möglich, aber auch diverse andere (es sind technologien denkbar, die mir den Text dann vortanzen oder singen). Ändert sich dann die Expression, je nachdem von welcher Barriere ich mich befreie?

Philosophische Frage, ich weiß, aber bei dem Weg, den das Regelwerk einschlägt, schadet es sicher nicht, mein Abstraktionsvermögen zu trainieren. :wink:

Liebe Kollegen,
ich denke da an MARC 516 8#. Von der ZDB kommen in diesem Feld beschreibende Angaben zu Art, Inhalt, und Angebot einer elektronischen Ressource.
Meist wird der Inhalt beschrieben: Dieses fiktive Tagebuch führt durch Donald Trumps Amtszeit als amerikanischer Präsident. Die Website ist seit Januar 2017 im Netz verfügbar.

Da das Ganze ja trotzdem als Text kodiert ist, würde ich hier grundsätzlich in erster Linie bei Text bleiben - wie man die Transformierbarkeit am besten wiedergibt, damit die Ressource dann auch entsprechend gefunden werden kann, ist allerdings eine gute Frage. Ein Fall für ein Discussion Paper :wink:

Von der offiziellen Feldbeschreibung her würde ich 516 8# ungern für die Angabe barrierefreien Inhalts verwenden - das geht daraus überhaupt nicht hervor. Das offizielle RDA-MARC-Mapping sieht die von mir obengenannten Felder vor, was spezifischeres bietet MARC ganz offenbar nicht. Liefert die ZDB denn Information zu Barrierefreiheit in diesem Feld?

Liebe KollegInnen,

dass ich mit meiner Frage eine ausführliche Diskussion auslösen würde, konnte ich nicht ahnen … vielen Dank für die Bemühungen, eine Lösung des Problems zu finden!

Der Hintergrund ist folgender: ich erstelle ein Mapping, um die Metadaten einer (von einem unserer Institute gepflegten) Volltextdatenbank nach MARC21 zu übertragen. In diese Datenbank aufgenommen werden grundsätzlich nur barrierefreie Ressourcen. Wenn eine Ressource nicht in barriefreier Form vorliegt, so wird - sofern rechtlich möglich - eine barrierefreie Version erstellt. Der entsprechende Hinweis soll dann standardmäßig in allen (Meta)Datensätzen enthalten sein.

Gibt es dann eigene Aufnahmen für die barrierefreie Version? Wenn die Ressourcen an sich barrierefrei sind, sidn die entsprechenden IMD-Typen zu verwenden, was uns aber womöglich vor die von Stefan angesprochenen Probleme stellt. Ein konkretes Beispiel würde die Diskussion sehr erleichtern!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich habe zu diesem Thema einen Mailverkehr mit den Kolleginnen von der ZDB geführt. Die Tatsache der Barrierefreiheit wird auf Titelebene nicht angegeben.
Falls jemand darauf hinweisen will, wäre das im HOL-Satz zu machen. Feld MAB 655 / MARC 856 (Lokale exemplarspezifische Linkfelder).

Vielen Dank für Ihre/eure Beiträge, die zeigen, dass es hier wohl um eine recht verzwickte Fragestellung handelt! Ich werde jetzt einmal Rücksprache mit den für die besagte Datenbank und deren Konvertierung halten und mich danach entweder hier oder aber persönlich melden!

Ganz aktuell:

http://www.loc.gov/marc/mac/2018/2018-02.html
http://www.loc.gov/marc/mac/2018/2018-03.html

Danke für den Hinweis. Außerhalb des Forums habe ich dazu noch folgendes geschrieben: [Da es für die barrierefreien Ressourcen eigene Datensätze gibt, würde] ich dafür plädieren, die Barrierefreiheit über die IMD-Typen auszudrücken, dafür sind sie nämlich da. RDA 7.14 ist für „Inhalt, der alternative sensorische Formen liefert, um den primären Inhalt einer Ressource wahrzunehmen“, d.h. der Inhalt wird in erster Linie über nicht-barrierefreie IMD-Typen ausgedrückt, die Ressource verfügt aber zusätzlich dazu über barrierefreie Aspekte. Die Beispiele legen das auch entsprechend nahe.